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Pfingsten 2025 - Donnerstag, 19.06.2025

Zwei mal drei macht vier
Widde-widde-witt und drei macht neune
Ich mach mir die Welt
Widde-widde, wie sie mir gefällt

Wie Pippi Langstrumpf machen auch wir im Zeltlager Untersteinbach uns die Welt, wie sie uns gefällt. Denn wenn dreißig Kinder beschäftigt sein wollen, gibt es viel zu planen, vorzubereiten und zu organisieren. Ab und an geht dabei etwas schief oder wird nicht bedacht und dann muss improvisiert werden - eine Kunst, die wir jedes Jahr weiter perfektionieren. Heute zum Beispiel war im Mittagsblock eigentlich ein Turnier für die Lagermeisterschaft im Beachfeld vorgesehen, aber bei knapp 30 Grad Außentemperatur hatte darauf eigentlich keiner so richtig Lust. Also wurde stattdessen spontan eine Wasserrutsche aufgebaut, die den Kindern sowohl Bewegung, als auch die heiß ersehnte Abkühlung durch eiskaltes Wasser verschaffte. Das hat so viel Laune gemacht, dass den ganzen Mittag nur gerutscht wurde :)

Das Beachfeld wurde übrigens dennoch ausgiebig genutzt. Vormittags wurde darauf Würfelfußball gespielt. Ein Spiel, bei dem die Frustrationstoleranz der Kinder auf die Probe gestellt wird, denn gezählt wird, was gewürfelt wird und nicht, wie viele Tore geschossen werden. Man kann also mit einem Tor alles zwischen einem und sechs Punkten holen. Was durch diese Zählung an Frustration aufkam, wurde allerdings leicht durch die gute Stimmung wieder wett gemacht, die die Betreuer mit fetziger Musik und vollem Elan verbreiteten. Abends ging es dann noch einmal für Beachhandball auf den Sand, nachdem die Kinder sich mit Armen Rittern, Apfelmus und ZimtZucker - einer Zeltlagerspezialität - gestärkt hatten. 

Apropos Essen - während ich hier sitze und schreibe, sitzen die Kinder am Feuer und bekommen noch einen kleinen Abendsnack. Heute findet nämlich unser Außenlager statt und alle, die möchten, schlafen unter freiem Himmel und bekommen auf dem Lagerfeuer Schinkennudeln zubereitet (alle, die lieber in ihren Zelten schlafen, bekommen übrigens auch Nudeln, nur eben im Lager). 

Aber kommen wir doch zurück zum Thema Improvisation: Der Zapfenstreich heute Abend wurde erneut von unserem hauseigenen musikalischen Genie Luca intoniert - und zwar auf einem Hirtenhorn (siehe Bild). An alle, die jetzt fragend kucken: Keine Sorge, ging mir genau so. Aber ich habe gelernt: Das Hirtenhorn ist ein Nachbau eines alten Signalinstruments von der Schwäbischen Alb. Es diente früher den Hirten zur Verständigung von Berg zu Berg und wurde uns freundlicherweise für die Verständigung von Team zu Kindern ausgeliehen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön dafür an die Volkstanzgruppe Hohenloher Gau vom Schwäbischen Albverein!

Im Moment spielen die Kinder noch "Werwolf" am Lagerfeuer, und genießen es, ausnahmsweise mal länger aufbleiben zu dürfen. Aber schon werden die ersten Lider schwer und früher oder später wird auf unserem schönen Gelände wieder die Stille der Nacht Einzug halten. Und dann hört man nichts mehr als die Nachtigall, die ganz leise "Über den Wolken" trällert. 

Eine geruhsame Nacht wünscht euch

eure Meike